„Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.“

Erntebittgottesdienst am 8. Juli 2018 auf dem Sonnenhof in Unterböhringen

Letzten Sonntag fand der Erntebittgottesdienst der evangelischen Gesamtkirchengemeinde Bad Überkingen um 10.30 Uhr auf dem neu errichten Sonnenhof der Familie Krätschmer statt.
Über 250 Personen kamen zum Gottesdienst auf den Sonnenhof, der in Richtung Reichenbach, zwischen Ortsende und dem „Hexensattel“ liegt.
Der Gottesdienst war überschrieben mit: „Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.“
In einem Anspiel sprachen drei Landwirte über die Geschichte der Erntebittgottesdienste. Grund für deren Entstehen war die großen Hungersnöte im Jahr 1815 und 1816, in denen es keine oder kaum eine Ernte in Württemberg und vielen Ländern gab. Ursache war der Ausbruch eines Vulkans in Indonesien, der so viel Asche in die Atmosphäre schleuderte, dass es verheerende Klimaveränderungen gab. Der damalige württembergische König Wilhelm 1., der zugleich der oberste Kirchenherr war, wies die Pfarrer an, am Sonntag Exaudi in allen Kirchen des Königreichs Gottesdienst zu Psalm 95, 3-5 zu halten. Damit waren die Erntebittgottesdienste oder Erntebittstunde eingeführt.

Pfarrer Georg Braunmüller sprach in der Predigt über die Zusage Gottes nach der Sintflut, dass der Rhythmus von Tag und Nacht, Sommer und Winter, Frost und Hitze, Saat und Ernte nicht mehr aufhören soll, so lange es diese Erde gibt. Wir sollen mit diesen Rhythmen des Tages, der Jahreszeiten leben. Gott gibt uns seinen wohltuenden Takt vor.


Im Gottesdienst wurden auch die 16 neuen Konfirmanden aus Bad Überkingen, Hausen, Unter- und Oberböhringen vorgestellt. Ihnen wurde dabei eine Bibel überreicht.

Der Kirchenchor mit Chorleiterin Heidi Stehle gestaltete den Gottesdienst musikalisch mit. Vielen Dank an alle Mitwirkenden des Gottesdienstes.

Nach dem Gottesdienst bot Familie Krätschmer die Gelegenheit, den Sonnenhof mit den freilaufenden Hühnern und den Rindern anzuschauen. Frische Eier können dort selber tagsüber an einem „Eier-Automaten“ herausgelassen werden.

Bilder: Evangelische Kirchengemeinde Unterböhringen