Reformation - Ein großer Moment in der Weltgeschichte

Fast 400 Besucher lassen sich zwei „Luther-Musical“-Aufführungen von 21 Kindern aus der Gesamtkirchengemeinde Bad Überkingen nicht entgehen.

 

  „Schule ist doof“, schimpfen vier Kinder Martin Luthers beim Abendessen. Und entfachen damit ein Gespräch über das Leben ihres „Herrn Vaters“. Zumindest am Samstagabend war dies so im Gemeindehaus Bad Überkingen und am Sonntagvormittag in der Evangelischen Kirche in Unterböhringen.

Die vier Kinder gehörten zu einem 21-köpfigen Projektchor der Gesamtkirchengemeinde Bad Überkingen und läuteten mit einem Musical von Heiko Bräuning über den bekannten Reformator Martin Luther das anstehende Reformationsjahr ein: am 31. Oktober nächsten Jahres ist es genau 500 Jahre her, dass Martin Luther seine Thesen gegen den Ablasshandel an die Kirchentür zu Wittenberg geschlagen hat. Das – und was das Leben Luthers sonst noch auszeichnete - erfuhren 180 Besucher am Samstag, über 200 Gäste am Sonntag innerhalb von 70 unterhaltsam-musikalischen Minuten. Kurzweilig, fröhlich und nachvollziehbar.

Innerhalb von gerade mal acht Proben hatten 6 bis 14jährige Mädchen und Jungs bei Simone Straub und Sabine Rösch zehn Lieder auswendig einstudiert, genauso viele Theaterszenen und einzelne trauten sich sogar, solo zu singen.

Das Musical versetzte die Anwesenden an den Abendbrottisch der Familie Luther, wo der Vater aus seinem Leben erzählt. Vom Blitz, der ihn dazu brachte, Mönch zu werden – und dessen lautes Donnern bei der lebendigen Schilderung in einer Theaterszene selbst die Musicalbesucher erschreckte. Von seinem Zweifel an der Unfehlbarkeit des Papstes, als er dessen Ablassprediger Johann Tetzel erlebte mit Slogans wie: „Wenn das Geld im Kasten klingt, die Seele in den Himmel springt“. Und von seinem Mut, sich trotz Todesangst gegen den Papst zu stellen mit den berühmten Worten: „Hier steh ich nun, ich kann nicht anders…“ Heiko Bräuning hat das komplexe Geschehen in fröhliche Mitwipp-Lieder gepackt, die von den Kindern mit Leidenschaft vorgetragen wurden. Sie konzentrierten sich auf ihre Dirigentin Simone Straub, sangen laut und gut verständlich

Durch die eingeschobenen Theater-Szenen erhielten die Lieder die anschauliche Kulisse: Während im Hintergrund die Luther-Familie beim Essen saß, fanden die spannenden Szenen wie etwa die Entführung auf die Wartburg oder die Konfrontation des „Junkers Jörg“ mit dem Teufel mit anderen Darstellern im Vordergrund statt. 

Die professionelle musikalische Begleitung im Hintergrund lieferte die Band „Life Turns Gold“, die sich als „Jumbucks“ bereits einen Namen gemacht hat. Der begeisterte Beifall der Besucher bestätigte allen Mitwirkenden, dass sie Großartiges geleistet haben. Das Lutherjahr kann kommen.

 

Auch in Unterböhringen wurde wie im gesamten Kirchenbezirk zu Beginn des Musical-Gottesdienstes in einer kurzen Zeremonie die neu revidierte Lutherbibel als Altarbibel eingeführt.

Quellenangabe

Text und Fotos: Claudia Burst