Bad Überkinger Kirchweg eröffnet

Am 17.01.2016 wurde der neue Bad Überkinger Kirchweg offiziell eröffnet. Er ist eines der Projekte aus dem Gemeindebeitrag 2014, „für meine Kirche habe ich etwas übrig“ . Er stellt auf Bildern und in Texten das „Innenleben“ der Kirche auch außerhalb der Öffnungszeiten der Kirche dar.

 

 

Ansprache von Pfarrer Dr. Drescher-Pfeiffer zur Eröffnung des Bad Überkinger Kirchwegs

Liebe Leute,

ich freue mich, Sie hier begrüßen zu dürfen. Wir wollen heute unseren Kirchweg einweihen.

Wir haben eine alte und sehr schöne Kirche. Sie wurde etwa 1470 gebaut. Überkingen gehörte damals zum Gebiet der freien Reichsstadt Ulm. Die Stadt Ulm wollte den Gästen, die wegen des heilenden und guten Wassers nach Überkingen kamen, eine angemessene Kirche präsentieren. Unsere St. Gallus-Kirche steht nach wie vor im Dorf. Sie wird von vielen Bewohnern und Besuchern sehr geschätzt. Besichtigungen und Führungen haben eine große Resonanz. Es gibt immer wieder Anfragen von auswärtigen Besuchergruppen, die die Kirche besichtigen wollen.

Wir können unsere Kirche leider nicht ständig offen lassen. Die Gefahr von Beschädigungen oder Diebstählen ist leider groß. Eine Kirchenwache, wie es sie etwa in der Stadtkirche in Geislingen gibt, können wir leider auch nicht durchführen.

Wir haben nicht nur ein sehr schönes Gebäude. Wir haben mit unserer St.Gallus-Kirche auch ein Zeichen unseres Glaubens. Jeden Sonntag feiern wir hier Gottesdienst und bezeugen die Freude und das Licht, die zu Weihnachten erschienen und seitdem nicht mehr aus unserer Welt verschwunden sind. Bei Taufen, Konfirmationen, Trauungen und Beerdigungen begleiten wir mit Gottesdiensten unsere Gemeindeglieder an wichtigen Stationen ihres Lebens.

Der Vorsitzende unseres Kirchengemeinderats, Herr Dohn, hatte die Idee, einen Kirchweg einzurichten. Er machte schon länger und gern Kirchenführungen. Er wurde oft angesprochen, dass die Kirche leider geschlossen ist. Wenn wir die Menschen schon nicht in die Kirche bringen, dann wollte er die Kirche zu den Menschen bringen. Vielleicht bekommen die Menschen ja „Appetit“, sich bei Gottesdiensten oder Besichtigungen das Innere der Kirche auch anzuschauen. Der KGR folgte seiner Idee gern. Es brauchte eine Weile, bis aus der Idee ein wirkliches Konzept wurde.

Die erste Firma, die wir um Unterstützung bei der Entwicklung des Konzepts baten, machte mit 10.000,- € für sieben Stelen ein Angebot, das jenseits dessen war, was wir realisieren können. Unser Konzept bestand schließlich darin, auf Stelen Bilder aus dem Inneren der Kirche zu zeigen und dazu kurze Informationen mitzuteilen. Nach dem ersten Angebot brauchten wir eine Weile, bis wir einen realisierbaren Umfang des Projektes Kirchweg darstellen konnten. Die Stelen folgen dem Weg, den ein Besucher vom Dorf her bis in das innere der Kirche geht.

Im Rahmen des freiwilligen Gemeindebeitrags baten wir 2014 um eine Unterstützung dieses Projekts durch Spenden. Es kamen fast 1900,- € ein.

In unserem Kirchenführer hatten wir Bilder von Ulrich Straub, dem Sohn von Alfred Straub. Er stellte uns weitere Bilder kostenlos zur Verfügung. Der KGR entwickelte die Texte zu den Bildern. Die Stelen konzipierte der Schmied Volker Mayer aus Bad Überkingen. Für sieben bis acht Schubkarren Beton kam ein riesiger Betonmischer an der Kirche vorbei. So bekamen auch die Anwohner mit, dass wir den Kirchweg anlegen. Zusammen mit Mitgliedern des KGR baute Volker Mayer die Stelen auf. Frau und Herr Dohn montierten die Folien mit Bild und Text auf die Stelen.

Es sind fünf Stationen zu sehen:

Kirche und Glockenturm

Kirchenschiff und Deckenbemalung

Kanzel und Chor

Altar und Taufstein

Empore und Orgel.

Wir laufen jetzt den Kirchweg ab. Wir hoffen, dass er viele Menschen motiviert, in die Kirche zu gehen und auf die frohe Botschaft zu hören.